Apple Vision Pro unter der Lupe: Erste Eindrücke und Bericht.

🆕 Update 2026: Die Apple Vision Pro ist seit 2024 erhältlich (Deutschland: 12. Juli 2024). Inzwischen gibt es die M5-Version (seit Oktober 2025) mit schnellerem Chip und bis zu 120 Hz. Die folgenden Eindrücke beziehen sich auf das ursprüngliche Modell, gelten technisch aber weitgehend weiter.
Bild: Apple

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Die ersten Entwicklerkits von Apple wurden verschickt. Ein Journalist erhielt eines dieser Kits und hatte die Gelegenheit, das Gerät in aller Ruhe auszuprobieren.

Während der WWDC 2023 (Worldwide Developers Conference 2023) fanden die bisherigen Praxistests der Presse in einer kontrollierten Umgebung statt. Die anwesenden Medienvertreter erhielten die Gelegenheit, das Gerät für eine Zeitspanne von 30 Minuten zu test. Dabei wurden sie von Apple-Mitarbeitern begleitet, die sie durch verschiedene Facetten des Headsets führten, wodurch eine eigenständige Erkundung nicht möglich war.

Mike Wuerthele, ein Autor von AppleInsider, konnte das Vision Pro zwei Stunden lang in aller Ruhe testen. Er erhielt die Brille durch einen Dritten. Diese Weitergabe verstieß gegen strenge Geheimhaltungsvereinbarungen. Die potenziellen Konsequenzen für die betreffende Person bleiben unklar, da Wuerthele die entwickelte App recht detailliert beschreibt.

Nun jedoch zum Praxistest: Es ist zu betonen, dass die Veröffentlichung des Vision Pro erst Anfang 2024 erfolgt. Somit hat Apple noch ausreichend Zeit, um die Software zu optimieren.

Vision Pro im Realitätscheck: Praktischer Eindruck und Headset-Vergleich

Wuerthele verfügt über umfassende Erfahrung mit verschiedenen Headsets und ist daher in der Lage, das Vision Pro mit bereits existierenden Produkten zu vergleichen. Die Installation des Geräts gestaltet sich unkompliziert, wobei vorrangig das iPhone genutzt wird. Dies erinnert an den Ersteinrichtungsprozess von Face ID. In einem separaten Schritt werden die Ohren mithilfe der TrueDepth-Kamera gescannt, um einen maßgeschneiderten räumlichen Klang zu erzeugen. Das Sichtfeld des Headsets entspricht in etwa dem anderer auf dem Markt erhältlicher Modelle. Die Echtzeit-Durchsicht liefert größtenteils klare und scharfe Bilder, kann jedoch durch abrupte Änderungen der Lichtverhältnisse beeinträchtigt werden. Das System passt sich jedoch rasch an solche Veränderungen an. Während anderthalb Stunden Nutzung des Headsets konnte Wuerthele keine Anzeichen von Augenermüdung feststellen, was im Vergleich zu anderen Geräten überraschend war. Die Funktion EyeSight, die die Augen der Nutzer auf dem externen Display abbildet, konnte von Wuerthele nicht ausgiebig getestet werden. Es scheint, dass Apple hier noch einige Optimierungen vornehmen muss.

Nicht jede App profitiert optimal von Vision Pro.

Die Leistung von Apples Webbrowser Safari sei weitgehend zufriedenstellend, vorausgesetzt die aufgerufene Webseite hält sich strikt an sämtliche Webstandards. Es gebe jedoch einige Schriftarten, die sich schlecht lesen lassen, und manche Webdesigns würden im Headset entweder unklar dargestellt oder erschwerten die Navigation. Die virtuelle Tastatur erfordere eine Phase der Eingewöhnung, wobei die Geschwindigkeit beim Tippen nicht mit der eines iPads oder Macbook Pros vergleichbar sei.

Wie sieht es mit anderen Apps aus? Während Produktivitäts-Apps grundsätzlich funktionierten, sei die Nutzung auf anderen Geräten effizienter. Beispielsweise sei das Lesen von PDFs auf einem iPad angenehmer als auf dem Vision Pro, wo sie in einem schwebenden Fenster angezeigt werden. Die Erfahrung mit 2D-Spielen sei holprig, hauptsächlich aufgrund der ungenauen Erkennung von Berührungsaktionen. Obwohl Vision Pro iPad-Apps emuliert, müssten diese für eine optimale Nutzung auf dem Gerät angepasst werden, wie Wuerthele bemerkt.

Batterielaufzeit – da geht noch mehr

Klangqualität und Lautstärke der kleinen Lautsprecher sind ausreichend für Multimedia-Konsum. Dank seiner offenen Bauweise isoliert Apple die Nutzer:innen nicht von ihrer Umgebung. Es ist derzeit unklar, ob die Verwendung von AirPods als Alternative für ein intensiveres Audioerlebnis möglich sein wird.

Das externe Batteriepack bleibt unauffällig in der Hosentasche oder auf einem Tisch. Allerdings ist die Akkulaufzeit aufgrund der gleichzeitigen Geräteanalyse noch begrenzt und beträgt etwas mehr als eine Stunde. Wuerthele geht davon aus, dass sich dies mit der fortschreitenden Softwareentwicklung deutlich verbessern wird. In Kombination mit einem leistungsstarken Ladegerät versorgt das Batteriepack das Headset mit Strom und lädt es gleichzeitig auf.

Das Gewicht des Vision Pro liegt etwas über einem Pfund (ca. 450 Gramm). Das Gerät ist gut ausgewogen, jedoch tritt nach etwa 90-minütiger Nutzung eine leichte Nackenermüdung auf. Wuerthele verwendete das Vision Pro ohne ein Überkopfband. Im Inneren des Headsets kann es nach einer Stunde warm werden, aber nicht auf unangenehme Weise.

beeindruckendes Meisterwerk technischer Finesse

Wuerthele erörtert vielversprechende Perspektiven für B2B- und professionelle Anwendungen und geht davon aus, dass Unternehmen Vision Pro sofort annehmen werden. Verbraucher:innen hingegen benötigen wahrscheinlich mehr Zeit und Überzeugungsarbeit, um sich dafür zu begeistern.

Es besteht noch beträchtlicher Bedarf an Weiterentwicklung im Betriebssystem und bei der Präsentation. Das Headset selbst stellt ein bemerkenswertes Stück Ingenieurskunst dar, aber die Software muss noch mehrere Iterationen durchlaufen, um ihr volles Potenzial zu entfalten – ähnlich wie bei iPhone und iPad. Und ebenso wird Vision Pro nicht das ideale Tool für jede Aufgabe und jeden Nutzer sein.

Letztendlich liegt die Entscheidung darüber, wie Vision Pro am besten genutzt werden kann, nicht in Apples Händen, sondern in der Entwicklergemeinde. Daher wird das Gerät schon so früh in den Händen dieser Gruppe gehalten.

Hier der originale Bericht von Mike Wuerthele AppleInsider.

Mein persönliches Fazit zur Apple Vision Pro:

Machen wir uns nichts vor: Die Apple Vision Pro ist mit einem Preis von rund 3.000 US-Dollar für den normalen Nutzer absolut überteuerter Schnickschnack. Es ist zweifellos ein faszinierendes Stück Technik, aber aktuell eher ein Spielzeug für Content Creator oder Enthusiasten, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld.

Für den durchschnittlichen Anwender, der einfach nur in Virtual Reality eintauchen möchte, ist dieses Gerät schlichtweg unnötig. Wenn du gutes VR erleben willst, reicht eine Meta Quest 3S oder Quest 3 völlig aus. Selbst PCVR-Gaming funktioniert mit diesen Headsets hervorragend, und auch ältere Modelle wie die Quest 2 oder eine kabelgebundene Oculus Rift S leisten hier nach wie vor wunderbare Dienste. Du brauchst definitiv kein extrem teures Gerät aus dem Apple-Universum, um Spaß in VR zu haben.

Zwar werden die Einsatzmöglichkeiten der Vision Pro sicher noch wachsen, aber Apple scheint bereits zu realisieren, dass der Markt für schwere VR-Headsets schwierig ist. Der Trend geht ohnehin eher in Richtung leichter, KI-gestützter AR-Brillen. Meta macht es vor: Sie haben mit solchen leichten AR-Brillen bereits deutlich mehr Umsatz erzielt als mit klassischen VR-Brillen. Die Zukunft liegt also vielleicht gar nicht bei diesen wuchtigen High-End-Geräten.

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Häufige Fragen zur Apple Vision Pro

Lohnt sich die Apple Vision Pro?

Technisch ist sie beeindruckend (Displays, Eye- und Hand-Tracking), aber teuer und schwer. Für die meisten ist sie ein Premium-/Profi-Gerät, kein Mainstream-Kauf.

Apple Vision Pro oder Meta Quest 3?

Die Quest 3 ist deutlich günstiger und der bessere Allrounder, die Vision Pro spielt in einer höheren Display- und Preisklasse. Den Direktvergleich findest du unter Quest 3 vs. Apple Vision Pro.

Wo kann ich die Apple Vision Pro kaufen?

Direkt bei Apple. Eine Kaufeinordnung gibt unser Vision-Pro-Kaufratgeber.

Über den Autor: Marcus Jegszent

Marcus ist der Gründer von VRgamingworld und nutzt seit 2019 VR-Hardware im Alltag. Vier Headsets hat er selbst ausgiebig genutzt, von der ersten Oculus Quest über die Oculus Rift S bis zur Meta Quest 3, die er täglich im Einsatz hat.

Seine Schwerpunkte: PCVR-Modding, VR-Fitness und praxisnahe Hardware-Tests. Seine Anleitungen zu Cyberpunk VR und Fallout 4 VR helfen bereits Tausenden Lesern. Er baut seit der 3dfx-Voodoo-Ära eigene Gaming-PCs und kennt jede Stellschraube zwischen Grafikkarte und SteamVR-Performance.

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