Warum die Pico 4 kaum noch zu kaufen ist
Die kurze Antwort: Die Pico 4 war für ByteDance ein wirtschaftlicher Misserfolg, die Produktion ist still ausgelaufen. Seit dem Start der Pico 4 Ultra im September 2024 sind nur noch Restbestände im Handel, und genau das erklärt die hohen Neupreise.
ByteDance hatte mit der Pico 4 große Pläne. Ursprünglich waren 2,5 Millionen produzierte Einheiten vorgesehen, das Verkaufsziel lag bei einer Million Brillen weltweit. Die Realität sah anders aus: In den ersten 18 Tagen nach dem Launch im September 2022 wurden in China nur rund 46.000 Geräte online verkauft. Die Produktionsaufträge wurden daraufhin gekürzt, die Verkaufsprognose halbiert. Ende 2023 baute ByteDance bei Pico massiv Personal ab und stellte die Entwicklung der geplanten Pico 5 komplett ein. Die ganze Geschichte dieses Absturzes habe ich in meinem Beitrag Warum die Pico 5 vielleicht nie erscheinen wird ausführlich aufgeschrieben.
Eine offizielle Gesamtverkaufszahl hat Pico übrigens nie veröffentlicht, und auch ein offizielles Produktionsende wurde nie verkündet. Stattdessen erschien im September 2024 die Pico 4 Ultra als Nachfolger, und seitdem ist die originale Pico 4 leise aus den Regalen verschwunden. Wie sich die Ultra in der Praxis schlägt, liest du in meinem ausführlichen Pico 4 Ultra Review.
Warum Restposten 899 Euro kosten, obwohl die Brille gebraucht 200 Euro wert ist
Als Betriebswirt finde ich die Preissituation der Pico 4 fast schon lehrbuchreif. Der reguläre Handel hat die Brille ausgelistet, übrig bleiben einzelne Händler mit Restbeständen. Diese Händler stehen in keinem Preiswettbewerb mehr und kalkulieren nicht für den Massenmarkt, sondern für den seltenen Käufer, der unbedingt ein fabrikneues Gerät braucht, zum Beispiel als Ersatz für eine defekte Brille im Bestand. So entsteht ein Neupreis von rund 899 Euro für ein Headset, das 2022 mit einer UVP von 429 Euro gestartet ist.
Den tatsächlichen Marktwert zeigt der Gebrauchtmarkt: Dort wechselt die Pico 4 für knapp 200 Euro den Besitzer. Diese Spreizung ist das deutlichste Signal, dass der Restposten-Neupreis kein echter Marktpreis mehr ist.
Mein Rat: Wer eine Pico 4 will, kauft sie gebraucht und bekommt dafür einen erstaunlich günstigen VR-Einstieg. Wer neu kaufen will, ist beim Nachfolger Pico 4 Ultra besser aufgehoben oder wirft einen Blick auf die Meta Quest 3, die ich selbst täglich nutze, beziehungsweise die günstigere Quest 3S.
Zahlen basierend auf Berichten von Sandalwood Advisors, The Information und MIXED. Preise Stand Juni 2026.
Pico 4 kaufen: So bekommst du sie 2026 noch
Neu lohnt sich die Pico 4 nicht mehr. Der reguläre Handel hat sie ausgelistet, Restposten kosten rund 899 Euro und damit mehr als das Doppelte der alten UVP. Sinnvoll sind nur noch zwei Wege: gebraucht kaufen oder direkt zum Nachfolger greifen, den Pico inzwischen klar in den Vordergrund stellt.
Gebraucht: der günstige VR-Einstieg
Über den idealo-Preisvergleich findest du die Pico 4 als Gebraucht- oder B-Ware deutlich günstiger. Für ein Standalone-Headset mit Pancake-Linsen ist das ein starker Einstieg in VR. Und mit dem richtigen Pico 4 Zubehör wertest du eine gebrauchte Brille bei Tragekomfort und Akkulaufzeit spürbar auf.
Gebraucht ab ca. 200 €* Gebraucht-Preise bei idealo prüfenNeu: Pico 4 Ultra, der Nachfolger
Wer neu kaufen will, fährt mit der Pico 4 Ultra besser: schnellerer Snapdragon XR2 Gen 2, 12 GB RAM und Farb-Passthrough für Mixed Reality. Warum sie überzeugt, liest du in meinem Pico 4 Ultra Test.
Neu ca. 600 €* Pico 4 Ultra bei OTTO ansehenAlternativen aus dem Meta-Lager: In meinen Tests schneiden auch die Meta Quest 3 und die preiswertere Quest 3S stark ab, vor allem wegen des deutlich größeren Spiele-Angebots.
* Affiliate-Links. Preise Stand Juni 2026, tagesaktuelle Preise siehe Händlerseite. Als Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen, für dich ändert sich am Preis nichts.
Häufige Fragen zum Pico-4-Kauf
Lohnt sich der Kauf einer Pico 4 noch 2026?
Nur gebraucht zu einem fairen Preis (rund 150–250 €). Fabrikneue Restposten für etwa 899 € sind den Aufpreis nicht wert. Wer neu kaufen möchte, greift besser zur Pico 4 Ultra oder zur Meta Quest 3.
Was ist der Unterschied zwischen Pico 4 und Pico 4 Ultra?
Die Pico 4 Ultra (seit September 2024) hat den schnelleren Snapdragon XR2 Gen 2, 12 GB RAM und ein deutlich besseres Mixed-Reality-Passthrough mit Tiefensensor. Die Pico 4 ist günstiger, technisch aber eine Generation zurück.
Gibt es die Pico 4 Ultra in Deutschland zu kaufen?
Ja, die Pico 4 Ultra ist seit dem 20. September 2024 in Deutschland und Europa erhältlich (rund 599 €). Die ursprüngliche Pico 4 gibt es nur noch als Restbestand oder gebraucht. In Nordamerika wird die Ultra nicht angeboten.
Pico 4 Ultra oder Meta Quest 3?
Beide nutzen denselben Snapdragon XR2 Gen 2. Die Quest 3 punktet mit dem mit Abstand größeren Spiele- und App-Ökosystem, die Pico 4 Ultra mit mehr RAM. Für die meisten Einsteiger ist die Quest 3 die sichere Wahl – ein Überblick steht im Guide zu den besten VR-Brillen für Anfänger.
Über den Autor: Marcus Jegszent
Marcus ist der Gründer von VRgamingworld und nutzt seit 2019 VR-Hardware im Alltag. Vier Headsets hat er selbst ausgiebig genutzt, von der ersten Oculus Quest über die Oculus Rift S bis zur Meta Quest 3, die er täglich im Einsatz hat.
Seine Schwerpunkte: PCVR-Modding, VR-Fitness und praxisnahe Hardware-Tests. Seine Anleitungen zu Cyberpunk VR und Fallout 4 VR helfen bereits Tausenden Lesern. Er baut seit der 3dfx-Voodoo-Ära eigene Gaming-PCs und kennt jede Stellschraube zwischen Grafikkarte und SteamVR-Performance.
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