The Thrill of the Fight im Test: VR-Boxen mit dem EKG-Gurt gemessen

Thrill of the Fight im Test mit Polar H10: Puls 160, echte Kalorien statt App-Schätzung, Quest-3-Betrieb über Steam Link und die Antwort auf Teil 1 vs 2.

Ich stehe schwitzend in meinem Wohnzimmer, der Puls hämmert, und auf dem Boden des virtuellen Rings liegt Joe Nasato. Genau in dieser Sekunde zeigt mein EKG-Brustgurt 160 Schläge pro Minute, den höchsten Wert, den ich je in einem VR-Spiel gemessen habe. The Thrill of the Fight ist zehn Jahre alt, sieht auch so aus, und hat mich trotzdem härter rangenommen als jedes andere Spiel meiner Bibliothek. Für diesen Test habe ich nicht nur gespielt, sondern parallel mit einem Polar H10 gemessen, was mein Körper wirklich leistet.

Kurzantwort: The Thrill of the Fight (Halfbrick Studios, 2016) ist mit 95 Prozent positiven Steam-Rezensionen aus 3.972 Stimmen der Maßstab für VR-Boxen und für 9,75 Euro die einzige Möglichkeit, am PC zu boxen. Der Nachfolger erschien im November 2025 ausschließlich für Meta Quest. Mit EKG-Brustgurt gemessen liegt der Puls bei durchschnittlich 123 und in der Spitze bei 160 Schlägen pro Minute, die höchste Belastung aller von mir gemessenen VR-Spiele. Verbrannt werden dabei rund 6,7 Kalorien pro Minute, nicht die 9,5, die der Fitness-Tracker anzeigt. Wichtig: Roomscale ist Pflicht mit mindestens 2 x 2 Metern, es gibt keine Fortbewegung per Stick, und obwohl Steam das Gegenteil behauptet, läuft das Spiel per Steam Link problemlos auf der Quest 3.

Steckbrief: Was ist The Thrill of the Fight?

TitelThe Thrill of the Fight, VR Boxing
Entwickler und PublisherHalfbrick Studios Pty Ltd
Release1. Juli 2016
PlattformSteamVR (PCVR), Meta Quest nativ. Am PC über Steam Link oder Virtual Desktop auch mit der Quest 3 spielbar
GenreBox-Simulation, Fitness
Preis9,75 Euro (Steam, Stand August 2026)
Sprachenur Englisch, keine deutschen Untertitel
Steam-BewertungÄußerst positiv, 95 Prozent aus 3.972 Rezensionen
SpielflächeRoomscale Pflicht, mindestens 2 x 2 Meter, keine künstliche Fortbewegung

Ein Detail vorweg, das die Kaufentscheidung prägt: Auf Metacritic hat das Spiel bis heute keinen Metascore, weil nur eine einzige Fachkritik vorliegt. Dieses Spiel wurde nicht von der Presse groß gemacht, sondern von den Spielern. Von den knapp 4.000 Steam-Rezensionen sind übrigens nur 80 auf Deutsch, der deutschsprachige Raum hat dieses Spiel bisher schlicht übersehen.

Mein Test-Setup: Wie habe ich gemessen?

Gespielt habe ich auf einer Meta Quest 3, die per Steam Link kabellos an meinen Gaming-PC streamt. Meine Spielfläche misst 3 x 3 Meter, wofür ich jedes Mal einen Tisch zur Seite schiebe. Die Besonderheit dieses Tests: Ich trage einen Polar H10 EKG-Brustgurt, der meine Herzfrequenz und meinen Kalorienverbrauch misst, während parallel der YUR Fitness Tracker als Overlay mitläuft. So sehe ich schwarz auf weiß, was das Training wirklich bringt und wo die Apps übertreiben. Dieselbe Messmethode nutze ich seit August 2026 für meine Beat-Saber-Kalorienmessung.

Transparenz: Die Messwerte in diesem Test stammen aus meinen ersten dokumentierten Sessions vom 14.08.2026 (18 Minuten mit drei Kämpfen, dazu ein separater Minikampf für die Technikmessung). Ich spiele das Spiel aktuell weiter und trage Werte aus den Folgesessions nach, dieser Test wird laufend aktualisiert.

Läuft The Thrill of the Fight auf der Quest 3? Was Steam verschweigt

Ja, The Thrill of the Fight läuft auf der Quest 3, obwohl der Steam-Eintrag ausdrücklich behauptet, Quest-Headsets würden nicht unterstützt. Gemeint ist damit nur, dass es keine native Steam-Quest-Version gibt. Über Steam Link, die kostenlose Streaming-App von Valve, habe ich meine komplette Testsession auf der Quest 3 gespielt, ohne Absturz und ohne spürbare Probleme beim Trefferfeedback. Wer Virtual Desktop besitzt, kann alternativ diesen Weg nehmen. Wie flüssig das Ganze läuft, zeigen die fpsVR-Messwerte direkt hier unten.

So läuft es technisch: fpsVR zeigt über die komplette Session konstante 72 Bilder pro Sekunde (Durchschnitt 71,5) bei einer Renderauflösung von 2528 x 2704 Pixeln pro Auge. Die GPU-Frametime pendelt zwischen 1,1 und 1,9 Millisekunden, die CPU-Frametime liegt um 2,2, die Reprojection-Quote bleibt bei glatten 0,0 Prozent, und meine Grafikkarte langweilt sich bei 15 bis 18 Prozent Auslastung und 42 Grad. Ein Spiel von 2016 ist für aktuelle Hardware schlicht keine Aufgabe mehr, und genau das macht es zum dankbaren Streaming-Titel. Die 174 Dropped Frames nach drei Minuten gehen auf die parallel laufende Videoaufnahme, im Headset war davon nichts zu spüren. Der Direktvergleich mit Virtual Desktop folgt in einem Update.

fpsVR-Overlay in The Thrill of the Fight: 72 FPS, GPU-Frametime 1,3 ms, Reprojection 0 Prozent bei 2528 x 2704 Pixeln pro Auge
Direkt nach dem Start: 72 FPS fest, Reprojection 0,0 Prozent.
fpsVR-Overlay nach drei Minuten Kampf: Durchschnitt 71,5 FPS, CPU-Frametime 2,2 ms, GPU-Auslastung 16 Prozent
Nach drei Minuten Kampf: Durchschnitt 71,5 FPS, die Hardware gähnt.

Wie fühlt sich das Boxen an?

The Thrill of the Fight ist eine Simulation, kein Arcade-Spiel, und genau das macht den Reiz aus. Die Wirkung eines Schlags hängt von der echten Geschwindigkeit und dem Winkel deiner Faust ab, nicht von Knopfdruck oder Timing-Fenstern. Wer nur mit den Armen wedelt, kitzelt den Gegner. Wer aus der Hüfte rotiert und durchzieht, sieht den Treffer im Gesicht des Gegners ankommen, inklusive fliegendem Schweiß.

Gesichtstreffer in The Thrill of the Fight, der Schweiß des Gegners fliegt sichtbar durch das Bild
Treffer mit Wirkung: Die Simulation quittiert saubere Schläge sichtbar.

Die Taktik dahinter ist echtes Boxen in Grundzügen: Der Gegner geht in die Doppeldeckung, und du musst ihn herausholen. Bei mir funktionierte die Kombination aus linker Hand zum Körper und anschließender rechter Geraden zum Kopf. Die Körpertreffer öffnen die Deckung, danach ist der Kopf frei. Einfache Gegner sind zusätzlich anfällig für Schwinger zur Schläfe. Dass das Spiel meine Schläge dabei ehrlich mitzählt, zeigt die Statistik am Kampfende.

Punch-Count-Statistik in The Thrill of the Fight mit 120 Treffern aus 163 Schlägen
Die Punch-Count-Tafel nach meinem Kampf gegen Joe Nasato: 120 von 163 Schlägen getroffen.

In meinem Kampf gegen Joe Nasato habe ich laut Spielstatistik 163 Schläge geworfen und 120 davon ins Ziel gebracht, eine Trefferquote von 74 Prozent gegen 31 Prozent beim Gegner. Beide Kämpfe meiner ersten Session endeten vorzeitig durch technischen K.o. in Runde 2. Der Einstieg fordert einen ungeübten Boxer also konditionell, aber noch nicht spielerisch. Die Schwierigkeitsstufen Endurance und Outclassed warten danach.

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Welche Schwierigkeitsgrade und Gegner gibt es?

Schwierigkeitsauswahl in The Thrill of the Fight mit den Stufen Custom, Easy, Normal, Endurance und Outclassed
Fünf Stufen pro Gegner: von Easy bis zum bewusst unfairen Outclassed.

Jeder Kampf läuft über 3 Runden zu je 2 Minuten mit einer Minute Pause, und vor jedem Kampf wählst du eine von fünf Stufen: Easy, Normal (vom Spiel als realistischste Einstellung markiert), Endurance mit zäherem Gegner, Outclassed als bewusst überlegener Gegner, dazu Custom mit eigenen Reglern für Rundenzahl und Gegnerstärke. Du boxt dich durch Underground-Klubs nach oben. Mein erster Gegner nach dem Sparringspartner war Alexei Petrov, Spitzname Melky, aus St. Petersburg, danach kam Joe Nasato, Spitzname Ugly Joe, ein Palooka aus Philadelphia mit eigenem Vintage-Kampfplakat im Gym.

Gegnerauswahl in The Thrill of the Fight mit dem Steckbrief von Joe Nasato alias Ugly Joe aus Philadelphia
Gegnerwahl mit Steckbrief: Joe Nasato, der zweite Gegner meiner Karriere.

Die Gegner haben übrigens Persönlichkeit: Jeder kommt mit eigenem Vintage-Plakat, Spitznamen und Herkunft, von Alexei „Melky“ Petrov aus St. Petersburg bis zu „Ugly Joe“ Nasato aus Philadelphia. Welche Brocken hinter den beiden warten, trage ich nach, sobald ich sie im Ring hatte. Dieser Test wächst mit meinen Sessions weiter.

Was sagt der EKG-Brustgurt: Wie viele Kalorien verbrennt The Thrill of the Fight wirklich?

In 18 Minuten Thrill of the Fight habe ich laut Polar H10 genau 121 Kilokalorien verbrannt, das sind 6,7 Kilokalorien pro Minute. Der YUR Fitness Tracker zeigte für dieselbe Session 172 Kilokalorien an und lag damit 42 Prozent über dem Messwert des EKG-Gurts. Mein Puls: durchschnittlich 123, minimal 79 in den Rundenpausen, maximal 160 Schläge pro Minute.

Balkendiagramm: YUR Fitness Tracker zeigt 172 Kilokalorien, der Polar H10 EKG-Brustgurt misst 121 Kilokalorien für dieselbe Session
Dieselben 18 Minuten, zwei Antworten: App-Schätzung gegen EKG-Messung.

Mein gemessener Maximalpuls der Session lag bei 160, und dank der Rundenauswertung in Polar Flow lässt er sich zeitlich einordnen: Er fiel in den Schlussabschnitt ab Minute 15, also genau in den Kampf, der mit dem Niederschlag von Joe Nasato endete. Das Overlay im Bild schätzt den Puls dagegen nur, gemessen hat ihn ausschließlich der Brustgurt. In diesem Fall decken sich Schätzung und Messung, verlassen sollte man sich darauf nicht.

Abschnitt (je 5 Minuten)Ø PulsMax Puls
0 bis 5: Aufwärmen und Sparring99123
5 bis 10: Kampf gegen Petrov128141
10 bis 15: Pause und Nasato, Runde 1135153
15 bis 18: Nasato bis zum TKO138160

Die Zonenverteilung derselben Session: 21 Prozent der Zeit in Polar-Zone 4, 34 Prozent in Zone 3, zusammen also mehr als die Hälfte im aeroben bis intensiven Bereich, dazu exakt 2 Sekunden in Zone 5. Der Anstieg von Ø 99 im Aufwärmteil auf Ø 138 im Finale zeigt zugleich, wie das Spiel die Belastung von Kampf zu Kampf steigert.

Polar-Flow-Auswertung der Thrill-of-the-Fight-Session: Pulskurve mit Herzfrequenzzonen, 5-Minuten-Abschnitte mit Durchschnitt 99 bis 138 und Maximum 160, Dauer 18:05, 121 Kilokalorien
Der Beleg direkt aus Polar Flow: Pulskurve mit Zonen und die 5-Minuten-Abschnitte. Das Maximum von 160 liegt sichtbar im Schlussabschnitt.
Der Ringrichter zählt den Gegner an, während das Fitness-Overlay einen Puls von 160 in der violetten Zone zeigt
Anzählen kurz vor dem TKO: Das Overlay zeigt die YUR-Schätzung von 160, mein per EKG gemessenes Sessionmaximum lag ebenfalls bei 160.

Ist The Thrill of the Fight ein echtes Workout?

Ja, The Thrill of the Fight ist das anstrengendste Spiel, das ich bisher mit Brustgurt gemessen habe, und das einzige, das meinen Puls in eine echte Trainingszone bringt. Zum Vergleich: Beat Saber auf Hard hält meinen Puls bei durchschnittlich 98, das entspricht zügigem Spazierengehen. Beim Boxen liege ich im Schnitt bei 123 und in den Kampfphasen zwischen 135 und 160, also im aeroben Bereich, in dem sich die Ausdauer tatsächlich verbessert.

Vergleichsdiagramm von Beat Saber und The Thrill of the Fight bei Herzfrequenz und Kalorien pro Minute
Gleicher Spieler, gleicher Brustgurt: Boxen schlägt Beat Saber in jeder Belastungsgröße.

Das Spannende daran: Beim Boxen bewege ich mich viel seltener als bei Beat Saber. Dort schlage ich 167 Blöcke pro Minute, beim Boxen werfe ich rund 42 Schläge pro Minute, also ein Viertel der Bewegungen. Trotzdem ist der Puls deutlich höher, weil jeder Boxschlag aus Beinen, Hüfte und Rumpf kommt, während Beat Saber fast reine Armarbeit ist. Genau deshalb überschätzen bewegungsbasierte Fitness-Apps Beat Saber so stark: Bei meiner Beat-Saber-Messung lag YUR beim 2,1-fachen des echten Werts, beim Boxen nur noch beim 1,4-fachen.

Diagramm: Beat Saber erfordert 167 Bewegungen pro Minute bei Puls 98, Boxen 42 Bewegungen bei Puls 123
Viermal weniger Bewegungen, deutlich höherer Puls: Bewegungszählen verrät nichts über Anstrengung.

Zur Einordnung für alle, die mit VR abnehmen wollen: 121 Kilokalorien in 18 Minuten sind hochgerechnet rund 400 pro Stunde, aber niemand boxt eine Stunde durch. Realistisch bleiben pro Session 100 bis 150 Kilokalorien netto. Das ersetzt keine Diät, ist aber ein Trainingsreiz, den Beat Saber nie liefert. Die ganze Rechnung dazu steht in meinem Beitrag zum Abnehmen mit VR.

Wie viel Platz braucht The Thrill of the Fight? Der Roomscale-Fallstrick

The Thrill of the Fight verlangt mindestens 2 x 2 Meter freie Fläche und bietet keinerlei künstliche Fortbewegung, du gehst real um den Gegner herum. Ich spiele auf 3 x 3 Metern, muss dafür einen Tisch verschieben, und selbst dann bleiben Wände, Fenster und Schränke in Schlagreichweite. Das ist mein größter Kritikpunkt, und er hat einen Fallstrick, den kaum ein Test erwähnt.

Das Spiel versetzt nämlich deine Position im Raum. Es setzt dich zu Rundenbeginn in eine Ringecke, und dein realer Standort wandert mit. Die Folge: Nach zwei Kämpfen lag der Exit-Knopf für mich hinter der realen Wand, und ich kam schlicht nicht mehr heran. Die Lösung: zurück auf die physische Ausgangsposition stellen und mit der flachen Meta-Taste am rechten Controller die Ansicht neu zentrieren. Zweiter Praxistipp: Eine kleine Fußmatte als Bodenmarkierung verrät dir durch die Socken, wo dein Idealpunkt im Raum ist, ohne dass du nach unten schauen musst.

Und noch ein Wort zur Sicherheit, aus eigener Erfahrung: Du merkst im Spiel nicht, wenn im echten Raum jemand steht. Halte Menschen, Haustiere, Aquarien und Fernseher aus der Zone, und spiele nicht im Flur. Wer beim Durchschlagen ständig Angst um die Raufasertapete hat, verliert genau die Immersion, die das Spiel so stark macht.

Kritikpunkte: Das hat mich gestört

  • Der Positionsversatz im Raum (siehe oben) ist auf normalen Wohnzimmerflächen ein echtes Ärgernis, auch das Menü war anfangs außerhalb meiner Reichweite.
  • Die Grafik ist auf dem Stand von 2016. Die Gegnermodelle wirken hölzern, das Publikum ist Kulisse. Der Immersion im Kampf schadet das erstaunlich wenig, einem Screenshot schon.
  • Nur Englisch, ohne Untertitel. Bei einem Spiel fast ohne Text verschmerzbar, aber erwähnenswert.
  • Kein Mehrspieler. Warum ich das persönlich nicht vermisse, steht im nächsten Abschnitt.

Wie lange motiviert The Thrill of the Fight?

Hier liegt die ehrlichste Schwäche des Spiels und der Grund für meinen halben Stern Abzug: Es gibt keine Story, keine Erfahrungspunkte, kein Sammeln von Ausrüstung, keine Freischaltungen. Du boxt dich die Gegnerleiter hinauf, danach warten dieselben Gegner auf den härteren Stufen Endurance und Outclassed, und das war das Angebot. Die Motivation muss aus dir selbst kommen. Bei mir übernimmt das der Brustgurt, denn Puls, Trefferquote und Punch-Statistik sind mein persönliches Punktesystem, das ich schlagen will. Wen nackte Zahlen nicht antreiben, der wird nach ein paar Wochen seltener in den Ring steigen, und genau für diese Lücke hat Teil 2 seinen Karrieremodus bekommen.

Thrill of the Fight 1 vs 2: Welches soll ich kaufen?

Für PCVR-Spieler ist die Antwort einfach: Teil 1, weil es Teil 2 dort nicht gibt. The Thrill of the Fight 2 erschien am 20. November 2025 aus dem Early Access, kostet rund 20 Dollar und ist ausschließlich im Meta Horizon Store für Quest erhältlich (Road to VR). Teil 2 bringt einen Karrieremodus und erstmals Online-Multiplayer.

Ich habe Teil 2 während des Early Access im Probeabo auf der Quest 3 angetestet und bin ernüchtert zurück zu Teil 1. Im Multiplayer wurde ich konditionell und technisch komplett zerlegt. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Strukturproblem kleiner Online-Communities: Wenn wenige Spieler übrig bleiben, sind es die Harten, und Gelegenheitsboxer haben keine Chance mehr. Der oft kritisierte fehlende Mehrspieler in Teil 1 ist für mich deshalb fast ein Vorteil, mein Gegner ist die KI und mein eigener Puls. Fairerweise: Den mit Version 1.0 nachgelieferten Solo-Karrieremodus von Teil 2 habe ich noch nicht gespielt.

Was sagt die Community?

Da es kaum Fachpresse gibt, lohnt der Blick auf die Steam-Rezensionen: 95 Prozent von 3.972 Bewertungen sind positiv. In den deutschen Rezensionen wiederholen sich drei Punkte: das Simulationsgefühl, bei dem Schlagwirkung an echter Schlaggeschwindigkeit hängt, die körperliche Erschöpfung nach schon zehn Minuten ernsthaften Spielens, und als häufigste Kritik der fehlende Mehrspieler. Ein Rezensent berichtet von sieben Kilo Gewichtsverlust in drei Monaten, wobei bei elf Stunden Spielzeit der Großteil davon rechnerisch aus der Ernährung stammen muss, nicht aus dem Spiel.

Für wen lohnt sich The Thrill of the Fight?

Für alle, die in VR wirklich schwitzen wollen und ein Spiel suchen, das Anstrengung nicht simuliert, sondern erzwingt. Für Fitnesseinsteiger ist es ein motivierender Intervalltrainer mit eingebauten Pausen. Nichts für dich ist es, wenn du weniger als 2 x 2 Meter Platz hast, Wert auf moderne Grafik legst oder gegen echte Menschen boxen willst, dann führt der Weg zu Teil 2 auf der Quest.

✅ Pro

  • Höchste gemessene Trainingsbelastung meiner VR-Bibliothek (Puls bis 160)
  • Ehrliche Box-Simulation, Schlagwirkung folgt echter Geschwindigkeit
  • Detaillierte Punch-Statistik nach jedem Kampf
  • 9,75 Euro, kein Abo, keine Mikrotransaktionen
  • Läuft entgegen der Steam-Angabe per Steam Link auf der Quest 3

❌ Contra

  • Grafik von 2016, hölzerne Gegnermodelle
  • Positionsversatz im Raum, Exit-Knopf landet schon mal hinter der realen Wand
  • Braucht kompromisslos 2 x 2 Meter, besser mehr
  • Kein Mehrspieler, keine deutsche Lokalisierung
  • Keine Story, keine Freischaltungen, die Langzeitmotivation muss aus den eigenen Zahlen kommen

Fazit: Der beste Sport, den man für 10 Euro kaufen kann

The Thrill of the Fight gewinnt keinen Schönheitspreis, aber es hat als einziges Spiel meiner Bibliothek geschafft, was Fitness-Apps nur behaupten: meinen Puls in eine echte Trainingszone zu treiben, gemessen und nicht geschätzt. Dass der intensivste Moment meiner Messkurve genau der Augenblick war, in dem Joe Nasato zu Boden ging, sagt alles über dieses Spiel: Es belohnt echten Einsatz mit echten Siegen. Für 9,75 Euro ist das die beste Sportinvestition im VR-Bereich, und für PC-Spieler ohnehin die einzige. Meine Wertung: 4,5 von 5 Sternen.

Polar H10 Brustgurt, mit dem der Kalorienverbrauch bei Beat Saber gemessen wurde In diesem Test verwendet

Polar H10 Brustgurt (M–XXL)

Von der Meta Quest nativ unterstützt

Das ist der Gurt, der in diesem Beitrag die 116 Kalorien gemessen hat. Er nimmt den Puls per EKG am Brustkorb ab, statt ihn aus der Bewegung zu schätzen. In den Validierungsstudien zu Fitnessgeräten ist der H10 das Gerät, gegen das alle anderen gemessen werden, er ist also nicht einfach genauer, er ist der Maßstab.

  • EKG-Messung am Brustkorb statt optisch am Handgelenk, wo Controller-Schlaufe und Griffkraft stören
  • Von der Meta Quest direkt unterstützt, der echte Puls liegt als Overlay über jedem Spiel
  • 30 Stunden interner Speicher, du kannst ohne Handy im Raum aufzeichnen und später auslesen
  • Export als CSV, TCX, GPX und FIT über Polar Flow, ohne Abo und ohne Zusatzkosten
Power-TippIn den Quest-Einstellungen unter Meta Quest Move koppeln, dann steht dein gemessener Puls in jedem Spiel im Bild. Genau so ist der Vergleich in diesem Beitrag entstanden: echte Messung neben der Schätzung der App.
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FAQ: Häufige Fragen zu The Thrill of the Fight

Ist The Thrill of the Fight ein gutes Training?

Ja. Mit EKG-Brustgurt gemessen erreicht The Thrill of the Fight einen Durchschnittspuls von 123 und Spitzen bis 160 Schläge pro Minute, damit liegt es als einziges von mir gemessenes VR-Spiel in einer echten Trainingszone. Die Rundenstruktur mit 2 Minuten Kampf und 1 Minute Pause entspricht klassischem Intervalltraining.

Wie viele Kalorien verbrennt man bei The Thrill of the Fight?

Nach meiner Messung mit Polar H10 rund 6,7 Kilokalorien pro Minute, in 18 Minuten waren es 121 Kilokalorien. Fitness-Apps zeigen deutlich mehr an, der YUR Fitness Tracker lag in derselben Session 42 Prozent über dem EKG-Messwert.

Läuft The Thrill of the Fight auf der Meta Quest 3?

Ja, auf zwei Wegen: nativ über den Meta Store oder am PC per Steam Link beziehungsweise Virtual Desktop. Der Hinweis im Steam-Eintrag, Quest werde nicht unterstützt, bezieht sich nur auf eine fehlende native Steam-Version, das Streaming funktioniert problemlos.

Was kostet The Thrill of the Fight?

Auf Steam kostet The Thrill of the Fight 9,75 Euro (Stand August 2026). Es gibt kein Abo und keine Zusatzkäufe. Der Nachfolger The Thrill of the Fight 2 kostet rund 20 Dollar und ist nur für Meta Quest erhältlich.

Soll ich Teil 1 oder Teil 2 kaufen?

Am PC stellt sich die Frage nicht, dort existiert nur Teil 1. Auf der Quest bietet Teil 2 Karrieremodus und Online-Multiplayer, im Mehrspieler treffen Gelegenheitsspieler allerdings auf eine kleine, sehr starke Community. Wer allein gegen die KI boxen will, ist mit Teil 1 für die Hälfte des Preises gut bedient.

Wie viel Platz braucht man für The Thrill of the Fight?

Mindestens 2 x 2 Meter freie Fläche, das Spiel ist Roomscale-only und bietet keine Fortbewegung per Stick. Auf meinen 3 x 3 Metern spielt es sich gut, wichtig ist ein komplett freier Bereich ohne Personen, Möbel oder zerbrechliche Gegenstände in Schlagreichweite.

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