Refresh Rate in VR: Warum jedes Hertz zählt

Die Refresh Rate, auf Deutsch Bildwiederholrate, gibt an, wie viele einzelne Bilder dein VR-Display pro Sekunde darstellt. Die Einheit ist Hertz (Hz). 90 Hz bedeuten also 90 neue Bilder pro Sekunde. In VR ist dieser Wert wichtiger als bei jedem anderen Display, das du kennst, weil das Bild direkt vor deinen Augen sitzt und dein Gehirn jeden Ruckler sofort als Fehler registriert.

Der entscheidende Unterschied zu einem normalen Monitor: Beim Monitor sitzt du Abstand vor dem Bildschirm, dein Blick wandert, du nimmst Ruckler als unangenehm wahr. In VR dreht sich die komplette Welt mit deinem Kopf mit. Stimmt die Bildrate nicht, meldet dein Gleichgewichtssinn Konflikt und das Ergebnis ist bekannt: Motion Sickness.

Was sind die relevanten Werte?

60 Hz sind in VR inzwischen als unzureichend anerkannt. Manche ältere Titel und günstige Headsets arbeiten noch damit, aber für längere Sessions ist das kaum zumutbar. 72 Hz sind das untere Ende dessen, was halbwegs funktioniert, vor allem für ruhigere Anwendungen oder 360-Grad-Videos.

90 Hz gelten als das praktische Minimum für komfortables VR-Gaming. Die meisten Spiele auf der Quest 3 laufen standardmäßig mit 90 Hz, und das reicht für die große Mehrheit der Nutzer völlig aus.

120 Hz ist der aktuelle Sweet Spot für anspruchsvolle Spieler. Die Quest 3 unterstützt 120 Hz, allerdings nicht automatisch in jedem Spiel. Du musst es in den Einstellungen aktivieren und das jeweilige Spiel muss es unterstützen. Der Unterschied zu 90 Hz ist subtil, aber wer einmal längere Zeit mit 120 Hz gespielt hat, merkt beim Zurückschalten sofort den Unterschied in der Flüssigkeit.

Refresh Rate und Grafikkarte hängen zusammen

Hier kommt ein wichtiger Punkt, den viele Einsteiger übersehen. Eine hohe Refresh Rate nützt nur dann etwas, wenn dein System auch genug Bilder pro Sekunde berechnen kann. Bei PCVR über Air Link oder Virtual Desktop muss deine Grafikkarte die Frames in Echtzeit liefern. Schafft sie das nicht, greift die Software auf Reprojection zurück, also künstlich ergänzte Zwischenbilder. Das ist besser als nichts, aber kein vollwertiger Ersatz für echte Frames.

Für Standalone-Betrieb übernimmt der Chip im Headset diese Aufgabe. Der Snapdragon XR2 Gen 2 in der Quest 3 schlägt sich dabei beachtlich, stößt aber bei grafisch aufwendigen Titeln ebenfalls an Grenzen.

Mein Eindruck aus der Praxis

Ich spiele die meiste Zeit mit 90 Hz und bin damit sehr zufrieden. 120 Hz schalte ich gezielt in Titeln ein, die schnelle Bewegungen erfordern, zum Beispiel Beat Saber. In ruhigeren Spielen oder beim Erkunden offener Welten ist der Unterschied für mich nicht spielentscheidend. Wichtiger als die maximale Herzzahl ist eine stabile Bildrate. Ein konstantes 90-Hz-Erlebnis ist immer besser als ein ruckelndes Streben nach 120 Hz.

Verwandte Begriffe: Motion Sickness ist die direkte Konsequenz zu niedriger Bildraten. Reprojection ist der technische Notfallmechanismus wenn die Framerate einbricht. Pancake-Linsen und IPD sind die anderen Bildqualitätsfaktoren, die zusammen mit der Refresh Rate das Gesamtbild bestimmen. Und Latenz erklärt, warum nicht nur die Bildrate, sondern auch die Verzögerung bei der Bildübertragung zählt.

Passende Hauptartikel: Wer PCVR mit hoher Bildrate spielen will, braucht die richtige Hardware. Mein Artikel zur besten Grafikkarte für VR hilft bei der Auswahl. Und alles zur Verbindung zwischen Quest 3 und PC steht in meiner Anleitung zum PC verbinden.

Katze mit Tentakeln trägt VR-Headset und Controller – Logo von VRgamingworld
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.