Bitrate: Wie viel Mbps du für scharfes PCVR brauchst

Die Bitrate gibt an, wie viele Daten pro Sekunde für das Videobild vom PC zum Headset übertragen werden, gemessen in Megabit pro Sekunde. Je höher der Wert, desto weniger muss das Bild komprimiert werden und desto sauberer sieht es aus. Der Preis dafür ist eine höhere Netzwerklast und ein größeres Risiko für Aussetzer.

Der Grund, warum überhaupt komprimiert wird: Ein unkomprimiertes VR-Bild in voller Auflösung und 90 Bildern pro Sekunde wäre um ein Vielfaches zu groß für jedes WLAN. Der PC muss das Bild also zusammenpressen, das Headset packt es wieder aus. Die Bitrate legt fest, wie stark gepresst wird.

Warum der Codec wichtiger ist als die Zahl

Das ist der Punkt, an dem die meisten Einsteiger falsch abbiegen. Eine hohe Bitrate allein sagt wenig aus, entscheidend ist die Kombination mit dem Codec. Ein moderner Codec holt aus weniger Daten mehr Bild heraus.

H.264 ist der älteste und ineffizienteste, braucht dafür aber am wenigsten Rechenzeit und produziert die niedrigste Latenz. HEVC komprimiert besser, kostet dafür etwas mehr Verzögerung. AV1 ist der effizienteste der drei und auf der Quest 3 verfügbar, setzt aber eine Grafikkarte voraus, die AV1 in Hardware enkodieren kann, also RTX 40 aufwärts oder Radeon RX 7000 aufwärts.

Konkret heißt das: AV1 bei 150 Mbps sieht in der Regel besser aus als H.264 bei 300 Mbps. Wer den Codec ignoriert und nur an der Bitrate dreht, verschenkt Qualität und produziert unnötige Netzwerklast.

Praxiswerte

Air Link arbeitet standardmäßig mit dynamischer Bitrate und lässt sich bis 200 Mbps festsetzen. Virtual Desktop geht mit H.264+ deutlich höher, bietet mit AV1 aber den besseren Weg zu einem sauberen Bild bei moderaten Werten.

Ich selbst fahre AV1 in 10 Bit bei 200 Mbps und bin damit sehr zufrieden. Wer ein durchschnittliches Wi-Fi-6-Netz hat und sich nicht sicher ist, startet besser bei 100 bis 150 Mbps und tastet sich nach oben.

Woran du erkennst, dass die Bitrate falsch sitzt

Zu niedrig eingestellt zeigt sich als Blockbildung in dunklen Bildbereichen, verwaschene Texturen und ein leichtes Flimmern bei Bewegung. Zu hoch eingestellt äußert sich anders: Das Bild ist scharf, aber es ruckelt in Schüben, oder die Verbindung bricht kurz ein. Genau das ist der Unterschied, an dem du die Richtung erkennst, in die du korrigieren musst.

Verwandte Begriffe

Latenz ist die Kennzahl, die du beim Erhöhen der Bitrate im Auge behalten musst. Virtual Desktop und Air Link sind die beiden Apps, in denen du sie einstellst. Refresh Rate bestimmt mit, wie viele Daten überhaupt anfallen.

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