Virtual Desktop ist eine kostenpflichtige App von Guy Godin, mit der du PCVR-Spiele kabellos vom PC auf die Quest streamst. Sie erfüllt denselben Zweck wie Air Link, gibt dir aber deutlich mehr Kontrolle über Codec, Auflösung und Bildqualität.
Du kaufst sie einmalig im Meta Horizon Store und installierst zusätzlich den kostenlosen Virtual Desktop Streamer auf dem PC. Danach findet die App deinen Rechner im Netzwerk, du verbindest dich und landest in einer virtuellen Umgebung, von der aus du SteamVR oder einzelne Spiele startest.
Warum viele Virtual Desktop bevorzugen
Der wichtigste Unterschied ist die Codec-Auswahl. Neben H.264 und HEVC unterstützt Virtual Desktop auf der Quest 3 auch AV1 in 10 Bit. AV1 komprimiert deutlich effizienter, das heißt du bekommst bei gleicher Bitrate ein sauberes Bild mit weniger Artefakten. Voraussetzung ist eine Grafikkarte, die AV1 in Hardware enkodieren kann, also mindestens eine RTX der 40er-Reihe oder eine Radeon RX 7000.
Dazu kommen abgestufte Qualitätsprofile von Potato bis Godlike, die Renderauflösung und Encoding-Breite gemeinsam anheben. Godlike rendert auf der Quest 3 mit 3072 mal 3216 Pixeln, um die beiden Displays mit je 2064 mal 2208 Pixeln vollständig auszureizen. Das kostet ordentlich GPU-Leistung, sieht aber sichtbar besser aus als der Standard.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist VDXR, eine eigene OpenXR-Laufzeitumgebung. Sie umgeht SteamVR und spart dadurch Overhead, kostet dich aber ein paar Komfortfunktionen wie Steam-Benachrichtigungen im Headset. Und mit Synchronous SpaceWarp bringt Virtual Desktop eine eigene Reprojection-Variante mit, die die Zwischenbilder direkt auf dem Chip des Headsets berechnet statt auf dem PC.
Meine Einstellungen
Ich fahre mit meiner RTX 5070 dauerhaft AV1 in 10 Bit bei 200 Mbps, 90 Hz und der Qualitätsstufe Godlike beziehungsweise Ultra, je nach Spiel. Das ist für mich der beste Kompromiss aus Schärfe und Stabilität. Wichtig dabei: Der PC hängt per Kabel am Router, das Headset funkt im 6-GHz-Band.
Was ich gelernt habe: Die Bitrate zuerst optimieren, danach erst die Grafikqualität. Wer die Auflösung hochdreht, während das Netzwerk schon am Limit läuft, macht das Bild schlechter statt besser.
Verwandte Begriffe
Air Link ist die kostenlose Alternative von Meta. Bitrate und Latenz sind die entscheidenden Kennzahlen beim Streaming. Reprojection erklärt, was Synchronous SpaceWarp im Hintergrund tut. Refresh Rate bestimmt, wie viele Bilder überhaupt durch die Leitung müssen.
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